Erfahrungsfeld Winter

Hier steht die Info

Die Schau-Spiel-Zeit "Winter -22 °C" nur noch bis 28. Februar:

In unserer Kältekammer sitzen Sie in der ersten Reihe und schauen Schneeflocken beim Tanzen zu. Und Eisblumen beim Wachsen. Und Blitzeis beim Werden. Überdies im Programm: Feuer, wärmende Klänge der Klangwiege, hitzige Trommeltöne. Und heißes Bienenwachs. Zum Kerzen-selber-ziehen.

Das „Erfahrungsfeld Winter -22°C“ bietet jede Menge Stoff und Raum für Menschen von 3-103, für Kindergartenkinder, für Schülerinnen und Schüler: Anregungen für Kunst- und Biologieunterricht, für Mathematik- und Ethikstunden. Wie wirkt das Winterjahr auf die Natur und auf uns selbst? Gibt es einen Zusammenhang von Klang und Form bei einem Sechsstern? Was haben die Bildekräfte der Kälte mit der Architektur einer Schneeflocke zu tun?

An unserer Kerzentauchstation, am Feuer im Kamin und im Park von Schloß Freudenberg lassen wir Sie die heiße Seite des Winters spüren.

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1. Winter, wer bist Du? Die Schönheit die vom Himmel fällt.

Das Schloß Freudenberg in der Winterzeit: Eisblumen, EiskristalleFrost, Schneeweiß und Eiszapfen in der Kältekammer (-22 °C).

KälteSinn und WärmeSinn. Ein Holzfeuer unter dem Zelt im Schloßpark entfachen, eine Kerze tauchen: Wachs Docht, Luft, Funke und Flamme.

2. Der Winter be-sinnt mich. Mir Gehör verschaffen.

Es fällt mir schwer, über etwas zu schreiben, was gesagt, gesungen, geschrien und eben gehört werden soll. Die Hintergründigkeit und Doppelbödigkeit des Hörens wird vom Sehen, vom Gesichtssinn überstrahlt. Das ‚sich gehör verschaffen‘ verträgt sich nicht mit dem Schreiben und Lesen.

Ich lasse es sein.

Es kommt auf das Sagen und auf das Hören an! Eine Schule des Sagens und Hörens.

So viele Probleme, Konflikte und Streitigkeiten haben ihre Wurzel in einer Gehörlosigkeit.

Geführt hat mich die Frage, die immer gewichtiger in meiner Arbeit wurde: „Wir verdursten an dieser Gehörlosigkeit.“

In vielen Jahren, haben wir eine Werkstatt, besser Labor aufgebaut, das genau dieses Thema bearbeitet.

Täglich, unermüdlich. W i e klinge ich, w i e höre ich? Goethe hat das so schlicht gefasst: „Das Was bedenke, mehr bedenke Wie.“ Homunculus, Faust II.

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Das Risiko in dieser Werkstatt, besser gesagt, die Zumutung besteht darin, dass wir absehen (!) von

Absichten (!). Wir beginnen mit dem Hören und Lauschen, dem Unterscheiden von Geräuschen, Lauten und Tönen. Wir untersuchen die Wirksamkeit der Hörereignisse und welche Eindrücke sie hinterlassen.

Wie lange erhalte ich mir das absichtslose Hören? Das sinnlose Hören?

Jedes Hören, das nach Sinn, Zweck, Ergebnis, Absicht fragt, verlischt. Gleich einem Radiergummi beim

Bleistiftzeichnen. Zurück bleibt ein Geschmier, ein beschädigtes Papier, im bestenfalls eine zarte gräuliche Spur. Das können wir übersehen. Überhören können wir die Unter- und Misstöne, Töne nicht. Im Gegenteil, sie erregen unsere ganze Aufmerksamkeit: Was meint die Sprecherin, der Sprecher eigentlich?



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