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Erfahrungsfeld Frühling und Sommer - 1. März bis 31. Oktober

Die Schönheit des Frühlings und des Sommers wahrnehmen. Auf dem Barfußpfad, im Botanischen Theater, bei Insktenführungen, ... Auf den Wind warten. Auf der Eselswiese, an der Windharfe. Vergessen Sie Ihre Erwartungen - erwarten Sie nichts. Lauschen Sie allem, was sich ereignet: Flugzeuggeräuschen, dem Rauschen der Blätter, Hundegebell, Vogelgezwitscher ... Wenn Ihnen Äolus, der Gott der Winde, gnädig ist, hören Sie dazwischen einen zarten Klang aus Obertönen. Die Kraft des Feuers spüren. Unterm Drachenzelt, an der Feuerstelle. Während der Jahreszeitenfeuer im März und im Juli.


DIE BIENENKÖNIGIN

Der Dummling ist der König. Unser Lehrer hat uns zugerufen:
„Ich bin auf der Suche nach dem Dümmsten!“ Darin sehen wir unsere Aufgabe:
Wir müssen uns jeden Tag aufs Neue dumm stellen, hinschauen, als würden
wir's zum ersten Mal sehen, lauschen, als würden wir’s zum ersten Mal hören.
Plötzlich erscheint Graues farbig, Eckiges wird rund, Unmögliches wird möglich.
dialogisch – experimentell – interaktiv

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Botanisches Theater

Wie wird das Sehen zum Schauen?
Botanisches Theater*

Ich erlebe die Landschaft als Schauspiel. Auf einer Freilichtbühne finden mindestens zwei Schulklassen gleichzeitig Platz. Und wenn im Publikum die Stille einkehrt, öffnet sich der „Bühnenvorhang“ und das Schauspiel beginnt mit Tanz, Musik, Licht und Farben.

Wir sehen den Tanz der Blumen, den Flug der Hummeln, Bienen und Schmetterlinge, die Farbigkeit der Blüten, Blätter und Gräser. Mit dem Lauf der Sonne wechseln Licht und Schatten. Mit jedem Überflug eines Flugzeuges ändert sich unser Hören.

„ Und von Fern ein Harfenton, Frühling, ja Du bist’s.“ { Mörike }

Mitten im Feld, im Botanischen Theater steht eine Windharfe, die das Spiel mit ihrer Musik begleitet.

* angeregt und gleitet hat uns der Maler Paul Klee. Eines seiner vielschichtigsten Werke ist das Bild Botanisches Theater von 1924 (Öl und Aquarell, Pinsel und Feder auf Papier, Karton und Sperrholz, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München). Paul Klee zeigt den Prozess und die Prinzipien der Naturgeschichte.

“Klee will nicht die sichtbare Oberfläche der Welt abbilden, sondern die in ihr wirkenden Kräfte veranschaulichen.“ { Eschenburg }

Garten der Kinder

Ein Garten für unsere Kinder

Viele Kindertagesstätten, Kinderhorte, Kindereinrichtungen … haben den Kindergarten verloren!

Es gibt „Außengelände“, „Spielbereiche“, Outdoor-Angebote … Was aber bedeutet ein Garten für unsere Kinder?

„Die Schule selbst soll eine liebliche Stätte sein … Draußen soll nicht nur ein Platz vorhanden sein zum Springen und Spielen, denn dazu muss man den Kindern Gelegenheit geben, … sondern auch ein Garten, in den man sie ab und zu schicken soll, dass sie sich am Anblick der Bäume, Blumen und Gräser erfreuen können.“
{ Comenius, Pädagoge, 1592 — 1670 }

Inmitten des Schloßparks pflegen, hegen und betreuen Wiesbadener Kinder einen kleinen Garten. Angeleitet vom Landschaftspfleger Bernhard Stichlmair und unterstützt von unserem Parkteam. Dieses „Paradiesgärtlein“ bildet die Bühne für unser Botanisches Theater.

„Die Natur zu zwingen abzuweichen, ist der Kern jeder gärtnerischen Bestrebung. Für viele Millionen Menschen bedeutet Garten Freude, für viele Millionen selbstverständliche, täglich zu leistende Arbeit, aber genau genommen heißt Gärtnern auch, den Stein des Sisyphus immer wieder den (Freuden) Berg hinaufzurollen — denn die Natur ist stärker und holt sich den vom Menschen geschaffenen Garten immer wieder zurück. Aber warum darf man sich Sisyphus nicht als einen glücklichen Menschen vorstellen?“
{ Lack, Was ist ein Garten? Gedanken eines Botanikers }

Weizenzähler

Der Weizen erzählt seine Geschichte

Wie kommt das Brot auf den Tisch?

Aus Gras wird Getreide und Korn und aus Korn wird Mehl … und aus dem Ofen kommt das Brot. Nach dem Aufenthalt am Weizenevolutionsfeld werden Sie anders auf das Brot schauen und vor allem: anders kauen!

Sein Name hat der Weizen dem „Weißen“, der Farbe seiner Frucht, und dem Mehl zu verdanken. Wir sehen eine Entwicklung vom Gras bis zum Getreide, die Wandlung von Natur zur Kultur hat Jahrtausende der Pflege gedauert.

Wer diese Erfahrungsstation besucht hat, wird zukünftig „anders“ in sein Brot beißen. Und mit jedem Biss die Jahrtausende schmecken. Vorausgesetzt es ist ein Brot z. B. aus der Wiesbadener Biobäckerei Kaiser, der Bäckerei Herzberg bei tegut oder einer Bäckerei bei ALNATURA!

Georg Wilhelm Schmidt hat seine Landwirtschaftliche Methode kurz und knapp so formuliert:

„Ich muss die Pflanze daran erinnern, was sie werden soll, was sie werden kann.
Dazu gestalte ich die nachbarschaftlichen Verhältnisse, berücksichtige die kosmischen Einflüsse auf die Pflanze oder versetze sie in einen „Schock“. Ich studiere, welche Bedingungen an einem Ort herrschen und welche fehlen (Wasser, Licht, Mineralisches, klimatische Bedingungen), und versuche durch Anpflanzungen und Gestaltungen einen „Zukunftsgarten“ aufzubauen.
{ Schmidt, Wechsel der Landschaft }

Der Waldrand

„Ein Weder-noch“

Diese Erfahrungsstation widmet sich dem „Sowohl-als-auch“. Zwischen „entweder oder“ und „ja und nein“ gibt es noch einen Raum und eine Zeit. Der Waldrand ist ein Übergang.

Er ist weder Wald noch Feld, noch Forst, noch Acker. Er ist ein Zwischenraum, eine Lücke, ein Fehler. Auf den ersten Blick ist er völlig nutzlos und ausgerechnet hier gedeihen die wertvollsten Wildkräuter und Hecken.

Der Waldrand schützt den Wald vor Sturm und Wind, er fängt den Wind auf und schwächt seine Last. Durch den gestalteten Waldrand kann das Sonnenlicht tief zwischen die Bäume eindringen. Im Waldrand finden wir Insekten, Nützlinge, Vögel, Kleintiere, Nest-, Brut- und Rückzugsräume.

Am Waldrand sinnieren wir darüber, wo wir uns solche Ränder, Übergänge und „sinnlose“ Räume — auch Zeiträume – erlauben oder gar einrichten und pflegen.

Wenn sich hier doch die Fruchtbarkeit von Wald und Feld noch steigern können, wie wäre es dann bei uns zu Hause? In Unternehmen? In Schulen?

Erfahrungsfeld Landschaft

Willenlos und wollend

Sag es mit Blumen! Lass Pflanzen sprechen. Wie soll das gehen?
Und Friedrich Schiller steigert diese Anmahnung: „Suchst du das Höchste, das Größte? Die Pflanze kann es dich lehren. Was sie willenlos ist, sei du es wollend. Das ist’s!“

Wir lernen und üben eine Pflanze zu betrachten und ihr zuzuhören.

1. Ankommen und Wahrnehmen (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken …)
2. Die Aufmerksamkeit steigern und pflegen. Was interessiert mich am meisten?
3. Eine einzelne Pflanze betrachten
4. Jedes Detail (Wurzel, Stängel, Blatt, Blüte, Frucht) betrachten

Oft wird uns die Frage gestellt: Was gibt es Neues?

Zur Beantwortung betreten wir das Erfahrungsfeld Landschaft. Es erfordert eine Anstrengung, eine Wachheit und Aufmerksamkeit von uns, beispielsweise eine Blume am Wegesrand zu betrachten.

Procedere heißt voranschreiten. Und wenn wir uns nur zur Gewohnheit machen, dieselbe Pflanze immer wieder zu betrachten, so werden wir sie immer wieder in neuen, veränderten Erscheinungen vor uns sehen. Es arbeitet unablässig in ihr, unablässig vollzieht sie die ihr vorgeschriebenen vier Gesetze: Keimen, Blühen, Fruchten, Reifen.

Um von einer einzigen Pflanzenart den ganzen Zyklus ihres Keimens, Blattwucherns, Blühens, Fruchttragens und schließlich Samenstreuens zu erfassen, eine Pflanze in ihrer Ganzheit zu sehen, müssen wir das Sehen mit unseren Augen überschreiten, wir müssen schauen.

Mit den Augen denken lernen.
Dieses Überschreiten hat uns der Begleiter des Freudenbergs Georg Kühlewind als „Eine Belehrung der Sinne“ vorgestellt und geübt. Ein Schlüsselwort von Georg Kühlewind ist das informative Wahrnehmen als eine Schwerstbehinderung. Und bei der Begegnung mit Pflanzen wird uns das sofort deutlich: „Ja, das ist eine Eiche, das ist eine Buche, das ist das Johanniskraut usw.“ Wir sehen Namen und Begriffe.



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