Mit den Augen denken

Jugendliche fragen uns: Was bringt das?
Werde ich wahrgenommen? Werde ich übersehen und überhört?

Wie weit kann ich gehen, um die Veranstalter herauszufordern und aus der Reserve zu locken?

„Was bei der Jugend explodiert, ist das nichtgelebte Leben“, so beantwortete Hugo Kükelhaus Fragen nach möglichen Ursachen gegenwärtiger Krawalle. Er empfahl den Stadtvätern Zürichs, kein Jugendhaus zu bauen, sondern den jungen Menschen einen Bauplatz und Material zu geben und ihnen dazu das „technische Potential“ aus den Altersheimen zur Verfügung zu stellen.

Denn: „Man besitzt nur das, was man selber macht.“
Soester Anzeiger, 1981

Und dies gilt auch für eine gestaltende Auseinandersetzung mit den ureigenen Erfahrungen der Sinne und des Denkens.

Wer will findet Wege, wer nicht Gründe

[Götz Werner]

Der Schlüssel ist die Frage

„Trachte so viel als möglich, Interesse* für die Gegenstände und Tatsachen des Lebens zu haben. Interesse an der Außenwelt, das ist das erste Zaubermittel zur Erlangung eines praktischen Denkens.

Was ist aber eigentlich Interesse?
Nichts anderes, als wenn wir nicht mit vorgefassten Begriffen an die Dinge herantreten, sondern wenn wir geneigt sind, die Dinge als Individualitäten zu nehmen und uns zu sagen: Sie haben uns immer etwas zu sagen.

Rudolf Steiner, 1909, „Wo und wie findet man den Geist?“

{ *Interesse, inter esse, dazwischen sein. }



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