Der U(h)rzeigerSinn

Hier steht die Info

Was war der Ursprung? Was sind die Ursachen?

Wir stellen Schritt für Schritt unsere Lehrerinnen und Lehrer, Meisterinnen und Meister, Wegbegleiter, die Berater, Kritiker usw. vor.

Denn von Anfang an war unsere Idee, den Freudenberg als ein Modell für Initiativen auf der ganzen Welt zu betrachten. Was und wie es hier möglich war und ist, ist es auch überall möglich.

„Als Kind habe ich immer gedacht, die Füße des Regenbogens
stehen irgendwo auf der Erde. Da möchte ich hin. Heute weiß ich:
Nichts hat einen Fleck, nichts eine feste Stelle. Aber alles ist
ein Fleck und eine Stelle für einen Regenbogen.“

{ Hugo Kükelhaus, 1900 — 1984 }

Jolanda Rodio { Sängerin, Pädagogin, Befähigerin, Pionierin }

Kennenlernen von Jolanda Rodio
1980 — 1984 waren Beatrice und Matthias Schenk Schüler von Jolanda Rodio (Schule TOTALES THEATER) im Emmental in der Schweiz. Hier erfuhren wir die Grundlagen für eine künstlerische Arbeit (liegen, stehen, gehen, tragen, halten, durchhalten, aufhören, sprechen, die Möglichkeiten der menschlichen Stimme, anfangen, improvisieren, wiederholen)

Kulturmühle in Lützelflüh — Kulturzentrum und Theaterschule
Die Kulturmühle war ein verfallenes Denkmal und Jolanda Rodio hat es durch ihr glückliches Kartenspiel eingeleitet, erwerben können (1972). Hier wollte sie ein Kulturzentrum und eine Theaterschule beheimaten. „Herr behüt diese Mühle vor Sturm und Wind, und vor Gesellen die langweilig sind.” Dieser Spruch stand über der Eingangstür der ehemaligen Wassermühle.

Tag des offenen Denkmals im Schloß Freudenberg
Jolanda Rodio erlebte die Höhen und Tiefen eines solchen Vorhabens. Sie hat uns von Anfang an auf dem Freudenberg begleitet und ermutigt. Am Abend vor unserem ersten Tag des offenen Denkmals saßen wir mir ihr unterm Schloßdach zusammen. Wir waren verzweifelt über die vielen Mängel, Bauschäden, Bausünden … und über den verheerenden Eindruck den das Freudenberger Schloß auf die Besucher macht.

Jolanda Rodio beendete diesen Strudel der Unzufriedenheit und wies uns an, mit ihr zusammen eine Tonaufnahme zu machen:„Was für ein schönes Haus!“. „Schloß! Du bist so schön.“ auf schweizerdeutsch, schwäbisch, badisch, hessisch … all unsere Dialekte. Die Kassettenrekorder haben wir am nächsten Tag in Büschen und auf Bäumen versteckt und die Endlosbänder liefen stundenlang.

Eine weitere Lehre war, der Blick aufs Geld.
Jolanda Rodio hat ihre Kulturmühle so heruntergewirtschaftet, dass sie am Ende, fast mittellos, ihre Mühle in eine Stiftung überführen musste (1981). Damit verlor sie auch das alleinige Sagen und wurde abhängig vom Stiftungsrat.
Das Ganze endete noch tragischer, die Stiftung wurde insolvent und wurde aufgelöst (1989).

Hugo Kükelhaus { 1900 – 1984 }

Hugo Kükelhaus und das Totale Theater
Hugo Kükelhaus
war während unserer Schulzeit Gastlehrer an der Schule TOTALES THEATER.

Sein Unterrichtsfach war MENSCH. Er lehrte uns das Schreiben mit der Hand, das Hören, das Sehen und führte uns ein in sein Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne. Beatrice und Matthias begleiteten ihn auf Vorträgen und Seminaren in der Schweiz und in Süddeutschland. Ein Höhepunkt war die Abschlussarbeit von Matthias: „Eine Präsentation des Erfahrungsfelds in der Kulturmühle“ (Sommer 1984).
Hugo Kükelhaus entwarf die Texte und die Zeichnungen zum Programmheft und dabei viel oft der Satz: „Schenk! Sie haben nichts begriffen!“, „Es geht doch nicht um spannend!“

Das Erfahrungsfeld mit Begleitprogramm
Erstmals wurde zum Erfahrungsfeld ein künstlerisches Begleitprogramm inszeniert mit Konzerten,Schauspielen, Lesungen, Vorträgen usw. Alle Schülerinnen und Schüler veranstalteten Führungen im Erfahrungsfeld auf eine völlig neue Art und Weise und setzen dabei ihre Künste als Schauspieler, Puppenspieler, Tänzer, Sänger und Musiker ein. Darüber hinaus wurde zum ersten Mal in der Geschichte des Erfahrungsfeld das Außengelände mit Gärten, Wegen, Plätzen und Bächen in die Präsentation und Inszenierung einbezogen.


Führungen und Seminare im Erfahrungsfeld
Kükelhaus hatte vor in diesem Erfahrungsfeld Führungen zu machen und Seminare zu veranstalten. Das war ihm nicht mehr möglich. Beatrice und Matthias Schenk nahmen teil an seinem letzen Vortrag: Vom Sehen zum Schauen (30. September 1984 in Herrischried/Hotzenwald). Mitten in einem über dreistündigen Vortrag forderte er Matthias Schenk auf: „Jetzt erzählen Sie mal, was in Lützelflüh los war.“


Abschied von Hugo Kükelhaus
Beatrice Dastis Schenk
verabschiedete sich von Hugo Kükelhaus bei seiner Beerdigung in Herrischried im Schwarzwald. Kükelhaus hatte für die versammelte Trauergemeinde eine Tonkassette vorbereitet:

Seemannsgesänge und seine Worte: „Schaut nicht so dämlich!“ Beatrice fasste damals den Entschluss: „Ich kümmere mich um Dein Erfahrungsfeld!“


Aufbau eines ständigen Erfahrungsfelds
Seit 1982 begleitet uns das Taschenbuch „Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne“ von Hugo Kükelhaus und Rudolf zur Lippe (Fischer alternativ, 1982, Frankfurt). Eine Zeichnung von Kükelhaus zur Bewegungsbahn der Gelenke und besonders des Kniegelenks haben die Bewegungstherapeutin Beatrice so tief angerührt, dass uns der Kommentar von Kükelhaus bis heute begleitet: Gelenke fixieren sich nicht auf Ziele.

Das Buch war auch ein Entwurf für ein ständiges Erfahrungsfeld im Schloßpark Cappenberg bei Dortmund. „ Das Projekt wird zunächst für den Schloßpark Cappenberg vorgestellt, der dafür angeboten wird und sich besonders eignet. Ob es dort — oder aber an anderer Stelle — zur Durchführung kommt, ist noch eine Frage der Finanzierungsquelle und –form.“ Hugo Kükelhaus


Zusammentreffen mit Jürgen Binder

Zur Vorbereitung der Ausstellung in Lützelflüh lernten Beatrice und Matthias Schenk den bevollmächtigten Mitarbeiter und Rechtsanwalt von Hugo Kükelhaus, Jürgen Binder aus Düsseldorf kennen. Jürgen Binder war gleichzeitig Mitarbeiter von Joseph Beuys und der Free International University.
Jürgen Binder „verband“ Beuys und Kükelhaus und wollte eine Podiumsdiskussion mit den beiden Künstlern und Universalgelehrten veranstalten, vergeblich.


Lehr- und Wanderjahre von Beatrice und Matthias
Das Vorhaben, gemeinsam einen Zirkus zu gründen, hat von Anfang an Beatrice und Matthias Schenk verbunden. Nach den Lehrjahren sollten die Wanderjahre folgen. Mit Zelt und Wagen die Welt bereisen, Geschichten erzählen, singen und bewegen.
In Konstanz am Bodensee feierte 1986 „der Zirkus der menschlichen Sinne“ Premiere. In Kooperation mit dem Stadttheater Konstanz und dem Intendanten Hans Ammann wurde ein zweimonatiges Gastspiel ermöglicht.

Wie ein Stein, der ins Wasser fällt und seine Kreise zieht, war das der Anfang einer siebenjährigen Wanderzirkuszeit mit dem Erfahrungsfeld (Köln, Hagen, Marl, Essen, Nürnberg, Rorschach/Schweiz,Salzburg/Österreich, Bremen, Dortmund, Bielefeld und die Endstation Wiesbaden (1992).

Die Bekanntschaft und Freundschaft mit Jürgen Binder und seiner Familie, führte Beatrice und Matthias Schenk zu zwei entscheidenden Begegnungen mit Joseph Beuys. Aus dem Kennenlernen seiner Meisterschüler Johannes Stüttgen, Stephan Stüttgen, Christoph Stüttgen, Günter Manke und Ernst Föll erwuchs ein bis heute andauernde Freundschaft und Kooperation mit dem OMNIBUS FÜR DIREKTE DEMOKRATIE (Schloßimkerei, Kunst = Kapital, Soziale Plastik).
Zusammen mit dem Rechtsanwalt Jürgen Binder wurde die Gemeinnützige Erfahrungsfeld Gesellschaft in Düsseldorf als Unternehmensform für den Wanderzirkus gegründet.

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Coenraad van Houten

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