Fr, 19.11. 19:30 Uhr

Das Schloss darin sich Schicksale kreuzen

Die Wanderbühne Freudenberg präsentiert ein immersives Spiel, inspiriert von dem gleichnamigen Roman von Italo Calvino. Hauptdarstellerin ist das Schloss selbst mit all seine Kammern und Zimmern und seinen besonderen Bewohner*innen. Schicksale werde sich kreuzen, Tarot-Karten werden gezogen, in Händen wird gelesen, Becher werden gereicht. Das Schloß wird zu einem Jahrmarkt, indem ein jede:r Zuschauer:in, seinen eigenen Weg finden kann, inmitten von buntem Getümmel, fremden Stimmen, zwischen besonderen Charakteren und der Vielfalt der Attraktionen.

Dauer der Performance: ca. 3 Stunden
Die Schloss-Taverne bleibt die ganze Nacht geöffnet.
Es spielen: Die Wanderbühne Freudenberg mit ihrem internationalen Ensemble
Konzept & Idee: Italo Calvino, Katharina Schenk und Ensemble
Regie: Katharina Schenk & Ensemble
Unterstützt durch: Kulturfonds Frankfurt RheinMain und Kulturamt Wiesbaden

"Mitten in einem dichten Wald bot ein Schloß denen Zuflucht, die unterwegs von der Nacht überrascht wurden: Rittern und Damen, königlichen Gefolgen und einfachen Wanderern. Ich war außer Atem; ich konnte mich kaum noch auf den Beinen halten; seitdem ich in den Wald gekommen war, hatte ich so viel erlebt an Begegnungen und Erscheinungen, dass ich jetzt weder meine Bewegungen noch meine Gedanken ordnen konnte. Ich stieg eine breite Treppe hinauf; fand mich in einem hohen geräumigen Saal: da saßen viele Menschen beim Abendessen an einer mit Kerzen erhellten Tafel, gewiss auch sie nur Zufallsgäste, die mir auf den Waldwegen vorangegangen waren. Wie ich mich umsah, hatte ich eine sonderbare Empfindung oder, besser: zwei ganz verschiedene Empfindungen, die sich in meinem vor Müdigkeit ein wenig unsicheren und verwirrten Sinn vermengten. Mir war, als befände ich mich an einem reichen Hof, was man bei einem so ländlichen und abgelegenen Schloß gar nicht vermuten konnte; und nicht nur wegen der wertvollen Einrichtung, sondern ob der Ruhe und Gesetztheit der Tischgenossen, die alle ein schönes Aussehen hatten und mit ausgesuchter Eleganz gekleidet waren. Und gleichzeitig hatte ich eine Gefühl von Unordnung, wenn nicht gar von einem Sich gehenlassen, als wäre dies nicht ein Herrschaftssitz, sondern eine Durchgangsherberge, wo einander Unbekannte von unterschiedlicher Herkunft und Heimat zufällig für eine Nacht beisammen sind, in der ein jeder spürt, wie sich die ihm vertrauten Verhaltensregeln lockern und er sich selbst zu einem freieren anderem Benehmen gehen lässt.“ ITALO CALVINO
 

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